FAQ Ökologie


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Fragen und Antworten zum Thema Wasser 

FAQ Ökologie 

Was ist Ökologie?

Die Ökologie ist die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen den Organismen und ihrer Umwelt. Verschiedene Arten, die in einem Gebiet leben und sich gegenseitig und ihre Umwelt beeinflussen, bilden ein Ökosystem. Ein Ökosystem kann auch durch Nahrungsketten beschrieben werden, die aufzeigen, welche Art sich von welcher ernährt. 
Ein funktionierendes Ökosystem besteht aus einer Vielzahl von Spezies, die unterschiedliche Rollen in den verschiedenen Nahrungsketten spielen. Wenn eine Art aus einem Ökosystem verschwindet, kann das gesamte System gestört werden. Wenn beispielsweise Eulen aus der Nahrungskette des Waldes verschwinden würden, könnte das zu einer enormen Vermehrung von Nagetieren führen, die dann aufgrund ihrer großen Zahl die Nahrung für andere Waldbewohner verknappen könnten. 
Ökologen studieren die Wechselwirkungen zwischen den Organismen und ihrer Umwelt innerhalb der Nahrungsketten oder anderer ökologischer Beziehungen. Die Feldarbeit ist dabei ein essentieller Bestandteil ihrer Arbeit. Daneben werden auch Laborexperimente unter standarisierten Bedingungen durchgeführt. Die meisten Ökologen untersuchen die natürliche Umwelt und deren Artengemeinschaften, einige arbeiten jedoch auf dem Gebiet der Agro-Ökologie, wobei es sich hierbei um Land handelt, das vom Menschen verändert worden ist.

Welche Arten von aquatischen Lebensräumen gibt es?

Es gibt zwei Arten von aquatischen Lebensräumen: nämlich die Lebensräume des Salz- und des Süßwassers. Die Anzahl der Arten, die in aquatischen Ökosystemen vorkommen kann, hängt vom Salzgehalt des Wassers ab, weshalb auch die Einteilung in die Lebensräume des Salz- und des Süßwassers sinnvoll ist. Der Salzgehalt ist die Menge an Salz, die in einem bestimmten Wasservolumen gelöst ist. Das Korallenriff ist ein Beispiel für einen Salzwasser-Lebensraum, der See hingegen ist ein typischer Süßwasser-Lebensraum.

Welche Arten von Salzwasser-Lebensräumen gibt es?

Die größten Salzwasser-Lebensräume sind natürlich die Ozeane. Die Meere bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche und sie sind für die Erhaltung jeglichen Lebens auf der Erde sehr wichtig. Die Ozeane spielen eine bedeutende Rolle im hydrologischen Kreislauf, da der Niederschlag aus verdunstetem Meerwasser besteht. Auch haben die Meere eine regulierende Wirkung auf das Weltklima. Die Ozeane wirken jedoch auch in anderen Kreisläufen mit: Sie sind der Lebensraum für etwa 250.000 Tier- und Pflanzenarten. 
Leider fungieren sie jedoch auch als Müllhalde für unsere Abfälle, da das gesamte (verschmutzte) Wasser des Festlands schließlich einmal ins Meer fließt. 
Der ozeanische Lebensraum wird unterteilt in küstennahe Gewässer und das offene Meer. 
Im Folgenden finden Sie eine Darstellung der küstennahen Lebensräume und der Lebensräume des offenen Meeres, sowie einen Überblick über all diese Lebensräume in grafischer Form. 

Küstennaher Lebensraum

Die Küstenzone macht nur 10 Prozent des ozeanischen Raumes aus, sie beherbergt aber 90 
Prozent aller im Meer lebenden Arten. Sie ist der nährstoffreichste Lebensraum des Meeres. 
Die Küstenzone kann wiederum selbst in verschiedene Lebensräume gegliedert werden. 
Einen Lebensraum stellen dabei die Mündungsbereiche dar, in denen sich Meerwasser mit dem Süßwasser der einmündenden Flüsse vermischt. Die Temperaturen und der Salzgehalt in den Mündungen hängen von der Größe der Süßwasserströme, die in den Ozean münden ab. 
Die küstennahen Feuchtgebiete stellen einen weiteren Lebensraum dar. Küstenfeuchtgebiete sind Landstriche, die permanent oder nur einen Teil des Jahres von Meerwasser bedeckt sind. Sie sind Lebensraum für eine große Anzahl von Arten und sind willkommene Plätze für Freizeit und Erholung. Sie halten die Qualität des Küstenwassers aufrecht, indem in den Küstenfeuchtgebieten Schmutz- und Nährstoffe herausgefiltert und abgesetzt werden. Außerdem schützen sie die Küstengebiete vor Überschwemmungen und bewahren sie vor sturmbedingten Erosionsschäden. Beispiele für 
küstennahe Feuchtgebiete sind Buchten und Lagunen, die von vielen Grasarten und Garnelen besiedelt werden.An tropischen Küsten mit einem hohen Anteil an Feinsedimenten, bilden sich Sümpfe aus. Sie schützen die Küste vor Erosion und sind Lebensraum für mehr als 2000 Arten von 
Fischen, Vögeln und Pflanzen.
Im klaren und warmen Wasser der Tropen und Subtropen können Korallenriffe entstehen. Korallenriffe sind jene aquatischen Lebensräume mit der größten biologischen Vielfalt. Die Arten, die in ihnen vorkommen, sind stark voneinander abhängig und bilden ein komplexes Ökosystem. Das größte Riff der Erde ist das Great Barrier Reef an der Nordost-Küste Australiens. 

Lebensräume des offenen Meeres

Im offenen Meer leben nur rund 10 Prozent aller Meeresspezies. Das offene Meer kann in drei Lebensräume unterteilt werden: in die euphotische, die bathyale und die abyssale Zone, wobei diese Einteilung auf dem Lichtgehalt in den einzelnen Zonen basiert. 
Die euphotische Zone ist ein gut durchlichteter Flachmeerbereich, indem Sauerstoff von den Produzenten erzeugt wird. Der Nährstoffgehalt ist niedrig und der Gehalt an gelöstem Sauerstoff hoch. Diese Zone macht ungefähr 90 Prozent der gesamten Ozeanfläche aus, während nur etwa 10 Prozent aller Fischarten hier vorkommen. Das Bathyal wird nur schwach von Licht durchflutet und in das Abyssal, den Tiefseebereich, dringt kein Sonnenlicht mehr. Aus Mangel an Licht kommen in diesen Zonen keine Produzenten vor. Im Abyssal ist das Wasser sehr kalt und der Gehalt an gelöstem Sauerstoff ist äußerst gering. Da der Nährstoffgehalt jedoch sehr hoch ist, finden sich viele Arten in dieser Zone. Am Grunde der Tiefsee leben viele Destruenten (Zersetzer), die das abgestorbene Material, das hinuntersinkt zersetzen und in Nährstoffe verwandeln. 
Die hohe Produktivitätsrate des offenen Meeres ist sehr wichtig für die Spezies der zuerst genannten Zonen. 

Überblick über die Lebensräume des Meeres

 

Welche Arten von Süßwasser-Lebensräumen gibt es?

Von Süßwasser-Lebensräumen spricht man dann, wenn die Konzentration an gelöstem Salz im Wasser geringer als ein Prozent ist. Das Süßwasser wird unterteilt in stehende Gewässer, wie Seen, Teiche und Binnenfeuchtgebiete und in Fließgewässer, wie Flüsse und Ströme. Nur ein Prozent der Erdoberfläche ist von Süßwasser bedeckt, trotzdem leben jedoch 41 Prozent der bekannten Fischarten dort. Das Wasser wird mit Nährstoffen, wie Stickstoff und Phosphor, über Zuflüsse versorgt und ist somit eng mit den Ökosystemen des Landes vernetzt. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung der Lebensräume stehender und fließender Gewässer, sowie einen Überblick über diese Zonen in grafischer Form. 

Lebensräume in stehenden Gewässern

Seen und Weiher sind natürlich entstandene, stehende Gewässer. Sie werden hauptsächlich durch den Niederschlag, Schmelzwasser und oberirdische Zuflüsse aus Bächen und Flüssen gespeist. Auch Seen lassen sich in verschiedene Zonen untergliedern: Man unterscheidet das Benthal, die Bodenzone und das Pelagial, die Freiwasserzone. 
Das Benthal gliedert sich wiederum in Litoral und Profundal. Das Literoral ist die Uferzone, die von Licht durchflutet ist und in dem das Nährstoffangebot aus den Zuflüssen hoch ist. Hier kommen alle Arten von Pflanzen vor, also wurzelnde Pflanzen, Schwimmpflanzen, Unterwasserpflanzen und Phytoplankton. Das Litoral ist damit die produktivste Zone in einem See, beherbergt viele Amphibien und Insekten und ist Nistplatz für eine große Zahl von Wasservögeln. Das Profundal ist die pflanzenlose Zone, die an das Litoral anschließt. 
Das Pelagial ist der Lebensbereich der aktiven Schwimmer (Fische) und der passiven 
Schweber (Plankton). Es umfasst den gesamten Wasserkörper von der Gewässeroberfläche 
bis wenige Zentimeter über den Boden.

Lebensräume in fließenden Gewässern

In Fließgewässern, also Flüssen und Seen, sammelt sich das Niederschlagswasser, das nicht versickert und wird so in das Meer transportiert. Das Fließen des Oberflächenwassers zum Meer findet in drei unterschiedlichen Lebensräumen statt, in denen verschiedenen Lebensbedingungen herrschen, weshalb auch die Artenzusammensetzung zwischen diesen Zonen stark differiert. 
In der ersten Zone, im Oberlauf, ist das Wasser sehr klar und fließt mit hoher Geschwindigkeit. Das Flussbett ist schmal und unregelmäßig, Wasserfälle sind häufig. Durch den engen Kontakt mit der Luft, kann viel Sauerstoff im Wasser gelöst werden. Dies sind typische Merkmale eines Gebirgsbachs. In dieser Umgebung finden sich Algen- und Moosarten, aber auch Fiche, wie etwa die Forelle, die alle einen flachen Körperbau haben. Plankton ist in den Oberläufen selten. 
In der daran anschließenden Zone sind die Flussbette breiter und tiefer, das Wasser fließt ruhiger. Die Wassertemperatur ist höher und der Sauerstoffgehalt geringer, weshalb in diesen Zonen mehr Produzenten leben, wie etwa das Phytoplankton. 
Die letzte Zone ist die Zone der Tieflandflüsse, die sich durch flache Täler schlängeln. Hier ist das Wasser noch wärmer und der Sauerstoffgehalt noch geringer. Die Fließgeschwindigkeit ist sehr langsam und es kommen Arten wie Algen und Cyanobakterien, aber auch Wasserpflanzen mit Wurzeln vor. Aufgrund von Erosion ist das Wasser oft schlammig und enthält viele Schwebstoffe. 

Überblick über die Lebensräume im Süßwasser

 

Welche Arten leben in den verschiedenen Wasserlebensräumen und wie beeinflussen sie 
sich gegenseitig?

Sowohl in Salz- als auch in Süßwasser kommt eine große Anzahl von Organismen vor, die über die Nahrungsketten alle voneinander abhängen. Eine Nahrungskette ist ein stabiles System von pflanzlichen und tierischen Organismen, das nach dem Prinzip Fressen und Gefressen werden funktioniert. Dadurch wird die Überpopulation einer Art von vornherein unterbunden. 
Die wichtigsten Arten von Organismen in aquatischen Lebensräumen sind das schwebende  Plankton, das frei-schwimmende Nekton, das den Boden des Gewässers bewohnende Benthos 
und die Destruenten, wie etwa Bakterien. 
Plankton dient als Nahrung für sehr viele andere Organismen. Besonders das Phytoplankton ist sehr wichtig, da es Sauerstoff produzieren kann, der wieder von anderen Organismen benötigt wird. Es zählt somit zur Gruppe der Produzenten. Die anderen Planktonarten sind entweder Semiproduzenten (z.B. Nanoplankton) oder Konsumenten, wie das Zooplankton.
Nekton ist eine Gruppe größerer, frei schwimmender Organismen, die Plankton und andere  Konsumenten fressen. Dazu zählen beispielsweise Fische und Schildkröten. Zum bodenbewohnenden Benthos zählen z.B. Austern und Hummer. Die Destruenten erfüllen eine einzige, sehr wichtige Aufgabe in Ökosystemen: sie zersetzen organische Bestanteile. Sie wandeln also totes pflanzliches und tierisches Material in Nährstoffe um, die von den Produzenten zur Herstellung lebenswichtiger Bestandteile für die anderen Organismen gebraucht werden. 

Die folgende Grafik verdeutlicht diesen Zusammenhang. Die durchgezogenen Linien stellen den Stofffluss dar, während die anderen den Konsum darstellen. 
Zu beachten ist, dass die Destruenten erst nach dem Tod der Konsumenten mit deren 
Zersetzung beginnen können. 

Welche Faktoren sind limitierend für aquatisches Leben?

Das Leben im Wasser bietet viele Vorteile, doch Wasser hat auch spezielle Eigenschaften, an die die darin lebenden Organismen angepasst sein müssen. 
Im Wasser sind die Temperaturschwankungen weitaus geringer als an Land, weshalb 
Wasserorganismen nicht so leicht Gefahr laufen, sich zu sehr zu erhitzen oder zu erkälten. Die vorhandenen Nährstoffe sind, da sie in Wasser gelöst sind, leicht verfügbar. Giftige Substanzen, die in das Wasser gelangen, werden dort leicht abgebaut oder zumindest dispergiert. 

All dies begünstigt natürlich das Leben im Wasser, dennoch gibt es auch Faktoren, die sich limitierend auswirken. Im Folgenden finden Sie die Faktoren, die entscheidend darüber sind, ob eine bestimmte Art in einem bestimmten Gewässer vorkommen kann oder nicht:
- Temperatur
- Durchlässigkeit für das Sonnenlicht
- Konzentration an gelöstem Sauerstoff
- Verfügbarkeit an Nährstoffen, wie Stickstoff und Phospor

Die Wassertemperatur nimmt gewöhnlich mit der Wassertiefe ab, weil die Durchlässigkeit für Sonnenlicht mit der Tiefe geringer wird. Die Organismen im Wasser tolerieren einen bestimmten Temperaturbereich, das bedeutet, dass sich plötzliche Temperaturänderungen äußerst negativ auf die Wasserorganismen auswirken. Die Eindringtiefe von Sonnenlicht beträgt nur ungefähr 30 m. Wie bereits oben erklärt, können die Produzenten nur dort Sauerstoff erzeugen, wo Licht vorhanden ist. Schwebstoffe im Wasser vermindern natürlich die Durchlässigkeitsrate für Sonnenlicht und schränken damit die Größe der Zone, in der Sauerstoff produziert wird, noch mehr ein. 
Prinzipiell wird Sauerstoff in aquatiche Lebensräume über die Luft und durch die Tätigkeit der Produzenten eingetragen. Die Konzentration des gelösten Sauerstoffs, der über die Atmosphäre eingetragen wird, ist abhängig von der Wassertemperatur. Sinkt der Gehalt gelösten Sauerstoffs unter 3 ppm, können viele Organismen, wie etwa Fische und Zooplankton, nicht mehr überleben. Aus diesem Grund sind Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt limitierende Faktoren für aquatisches Leben. Der Sauerstoffgehalt nimmt wie die Temperatur mit der Tiefe ab. 
Süßgewässer weisen meist ein zufriedenstellendes Nährstoffangebot auf, im Meer sind 
Nährstoffe jedoch meist knapp. In Süßgewässern ist meist Phosphor der limitierende Faktor, wohingegen im Meer Stickstoff der knappste Nährstoff ist. 

Welchen Einfluss haben wir Menschen auf aquatische Lebensräume?

Seit jeher haben sich Menschen aus verschiedensten Gründen an Küsten und Ufern angesiedelt, was oft zur Zerstörung dieser Lebensräume geführt hat. So wurden beispielsweise Feuchtgebiete trockengelegt, um Siedlungsraum zu schaffen, und Küstenvegetation wurde für Bauzwecke vollständig gerodet. 
Zur Zeit leben zwei Drittel der Weltbevölkerung am Wasser und viele Gewässer sind bereits sehr stark verschmutzt. Einen wichtigen Anteil an dieser Verschmutzung haben die Abwässer, die ungeklärt in die Gewässer entsorgt werden und wurden. Gerade Gewässer reagieren sehr sensibel auf Verschmutzung durch Pestizide, toxische Stoffe und andere schädliche Substanzen, welche oft lange im Wasser verweilen, bevor sie abgebaut werden. Vielerorts findet seit einigen Jahren ein Umdenkprozess statt, da die Menschen erkennen, wie wichtig die Bewahrung einer guten Wasserqualität ist. 
Eine weitere Bedrohung für aquatische Lebensräume stellt die Überfischung dar. Sowohl die Meere als auch die Binnengewässer sind von der oft grenzenlosen Gier des Menschen bedroht. 
Die Menschheit ist auch verantwortlich für die Zerstörung von etwa 10 Prozent aller Korallenriffe der Erde. Nun werden in vielen Gebieten Versuche unternommen, diese fantastischen Ökosysteme mit ihrer gewaltigen Artenvielfalt zu schützen und Fehler aus der Vergangenheit wieder auszumerzen. Allerdings ist das ein kostspieliges Unterfangen und als weiteres Problem kommt hinzu, dass nur die Hälfte aller Länder, die Korallenriffe haben auch über die finanziellen Mittel verfügen, diese ausreichend zu schützen. 
Sümpfe und Feuchtgebiete schwinden mit zunehmender Geschwindigkeit dahin, da sie in Ackerland, Siedlungsgebiet, Straßen, Wald oder Fördergebiete für Gas und Öl umgewandelt werden. Umweltschutzorganisationen versuchen, die verlorenen Feuchtgebiete zu renaturieren, doch dies ist teuer und es gibt keine Garantie dafür, dass diese neuen Naturräume von gleicher Qualität wie die ursprünglichen sind.

 

Klicken Sie hier, um mehr über wasserverschmutzende Stoffe im Allgemeinen zu erfahren.

Um unklare Begriffe zu klären benutzen Sie bitte unser Lenntech Wasserlexikon.

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