Textilabwässer


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Die Textilindustrie ist ein abwasserintensiver Industriezweig, in dem Wasser in vielen Produktionsschritten von der Reinigung und Entfettung der Rohwolle bis zur  Entfärbung und Chemikalienentfernung benötigt wird. Das entstandene Abwasser enthält nach der Wäsche verschiedenste Chemikalien und Farbstoffe, die vor der Einleitung ins Abwassernetz oder Oberflächengewässer aufgereinigt werden muß. Je nach Art der Verschmutzung und Menge des Abwassers, bieten sich zur Reinigung unterschiedliche Behandlungsmethoden an. 

Gerade für Betriebe, die nach einem bestimmten Gütestandard bewertet werden, ist ein zuverlässiges und trotzdem wirtschaftliches System zur Rückstandsentfernung aus dem Abwasser unerlässlich. 

Während auffällig verschmutztes Wasser, z.B. durch Entfärbungsprozesse, durch Ionenaustauscher oder oxidativem Farbabbau relativ einfach gereinigt werden kann, ist die Entfernung der sehr unterschiedlichen Chemikalien, aus den unterschiedlichen Verarbeitungsprozessen, problematischer.

Das Diagramm zeigt einen generellen Aufbau der Abwasserbehandlung von Textilabwässern

Vorfiltration

Im ersten Schritt, wird nach der Wäsche der Wolle das Wasser gefiltert, und so von Woll- und anderen Partikeln gereinigt. Geeignet sind hierfür z.B. Trommel- oder Sackfilter.

Ölentfernung 

Wenn in der Wollbehandlung viel Terpentin/ -ersatz oder andere Lösemittel verwendet wurden, muss das Lösemittel z.B. durch Ölabscheider oder Membranen abgetrennt werden, da sie die Mikroorganismen in späteren Behandlungsstufen stören.

Homogenisation

Die Homogenisierung dient zur Durchmischung des Abwassers, um eine gleichmäßige Belastung der Biologie zu erhalten.

Neutralisation

Nach der Homogenisation, ist das Abwasser, in der Regel, alkalisch. Der pH- Wert kann zwischen 9 und 10 liegen, weshalb die Neutralisation des Abwassers nötig ist. Je nach Anlage wird durch Säure neutralisiert, oder mit einer Begasung gearbeitet.

Physikalisch- chemische Behandlung

Dieser Behandlungsschritt ist erforderlich, wenn das zu behandelnde Wasser hohe Salzkonzentrationen (z.B. Sulfide, Chromate, etc.) und/ oder hohe Farbstoffkonzentrationen enthält. Behandlungsmethoden sind z.B.:

Biologische Behandlung

Diese Behandlungsstufe hängt, wie die physik- chem. Behandlung, von der Art der Belastung und des Reinheitsgrades des zu behandelnden Wassers ab. Auch hier unterscheiden sich die Methoden:

Tropfkörperverfahren

Die Anlage ist ein Behälter, der mit Lavaschlacke oder Kunststoffen (Raschringe) gefüllt ist. Die Befüllung gibt eine große Oberfläche, auf der sich Mikroorganismen ansiedeln (biologischer Rasen). Der Tropfkörper besprüht die Befüllung mit Wasser. Von unten oder oben, wird der Anlage Luft zugeführt, die zusammen mit den Mikroorganismen zur biologischen Reinigung führt.

Diese einfachste Behandlungsmethode, senkt den BSB5- Wert zwischen 50 und 70%. Allerdings muß das Wasser frei von Fasern sein. In der Regel, wird ein Flockungsprozess vorangestellt, der zuverlässig die Fasern bindet und filtriert, bevor das Wasser in die Tropfkörperanlage  entlassen wird.

Belebtschlammverfahren

Das Wasser muß bei diesem Verfahren nicht durch Flockung vorgereinigt werden, wie beim Tropfkörperverfahren. 

In dem Becken, in dem die Behandlung stattfindet, leben die Mikroorganismen. Durch das einbringen von Luft über Belüftungskreisel, Gebläse, etc., wird das Wasser im Becken auf der einen Seite in Bewegung gehalten und auf der anderen Seite werden die Mikroorganismen mit Sauerstoff versorgt. Schmutz und Mikroorganismen bilden zusammen den sogenannten Belebtschlamm. Das Verfahren senkt den BSB5 um ca. 95%.

Die Eindickung und Entsorgung des Schlammes erfolgt, je nach Menge, durch unterschiedliche Verfahren.

Farbentfernung

Wenn erforderlich, wird in dieser Behandlungsstufe die Farbe des Abwassers durch Oxidation, Adsorption oder andere Verfahren beseitigt.


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