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| Viele Kläranlagen in Europa haben in der biologischen Klärstufe mit Problemen zu kämpfen, welche auf das massenhafte Auftreten von fadenförmigen Mikroorganismen zurückzuführen sind. Ursachen des massenhaften Auftretens von fadenförmigen Mirkoorganismen · Geringe Schlammbelastung
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Abb. 1: Ungesunder Schlamm mit einem hohen Anteil von Fadenorganismen | Abb. 2: Gesunde, ausgeglichene Biomasse mit gutem Absetzverhalten |
Eine verstärkte Entwicklung von fadenförmigen Mikroorganismen hat zwei äußerst unangenehme Phänomene zur Folge:
· Blähschlamm
· Schwimmschlamm
Blähschlamm
Als Blähschlamm wird Schlamm bezeichnet, der sich durch extrem schlechte Absetz- und Eindickeigenschaften auszeichnet. Der Blähschlamm steht meist in dicker Schicht im Nachklärbecken und muss abgezogen werden, um einen Abtrieb und damit eine Belastung des Vorfluters zu verhindern.
Die Schlammabsetzbarkeit wird mit den Parametern Vergleichsschlammvolumen (VSV) und Schlammvolumenindex (SVI) angegeben. Das Schlammvolumen ist das spezifische Volumen des Belebtschlamms nach einer bestimmten Absetzzeit (meist 30 min. im Standzylinder) in ml/l. Der Schlammindex bezeichnet das Volumen, welches 1 g Schlamm (bezogen auf die Trockenmasse TS) nach 30 min Absetzzeit einnimmt. Zur Berechnung des SVI wird das VSV in ml/l durch die Trockenmasse in g/l dividiert:
SVI (ml/g) = VSV (ml/l) / TS (g/l)
Blähschlämme haben einen Schlammvolumenindex (SVI) von mehr als 150 ml/g.
Schwimmschlamm
Neben dem Blähschlamm kann Schwimmschlamm als zweites Phänomen eines "kranken" Belebtschlammes vorkommen. Dieser an der Oberfläche flotierende Schlamm wird durch massenhaftes Auftreten von Actinomyceten und von bestimmten Fadenbildnern hervorgerufen, welche eine stark wasserabstoßende (hydrophobe) Zelloberfläche haben. In den Belebtschlammbecken können sich Bläschen aus Luft oder Stickstoffgas an der hydrophoben Zelloberfläche anlagern und den Schlamm zum Aufschwimmen bringen. Schwimmschlamm sollte möglichst rasch aus dem Prozess entfernt werden, da er auch bei der anaeroben Schlammstabilisierung zu Schaumbildung in Faultürmen führt.
Zur Bekämpfung und Vermeidung der übermäßigen Vermehrung fadenförmiger Mikroorganismen gibt es einige Methoden. Eine technische Lösung zur Blähschlammvermeidung stellt die Vorschaltung hochbelasteter Becken (Selektoren) vor das Belebungsbecken dar oder die Installation eines Kaskaden-Systems. In beiden Fällen werden die niedrigen Belastungsverhältnisse in Belebungsbecken durch den entstehenden Substratgradienten ausgeglichen und Blähschlamm wird dadurch vermieden. Auch bei der biologischen Phosphatelimination in der weitergehenden Abwasserreinigung findet sich ein ähnlicher Lösungsansatz: Die vorgeschalteten, anaeroben Mischbecken haben hier eine Wirkung, die jener der Selektoren gleichkommt.
Weitere Maßnahmen, um ein besseres Absetzverhalten zu erlangen stellen die Umgehung der Vorklärung, die Verbesserung der Abwasserbeschaffenheit bei einseitigen Abwässern oder der Zusatz von Fällungs- und Flockungsmitteln dar.
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Weitere Informationen zur Schlammbehandlung und -reduzierung finden Sie auf den folgenden Seiten:
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