Zink (Zn) und Wasser


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Zink und Wasser: Reaktionen, Umwelt- und Gesundheitseffekte

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Zink ist von Natur aus in Gewässern enthalten. Die mittlere Konzentration von Zink in Meerwasser liegt bei circa 0,6-5 ppb. In Flüssen ist im Allgemeinen eine Zinkkonzentration von 5-10 ppb anzutreffen. Algen enthalten 20-700 ppm, Meeresfische und Muscheln 3-25 ppm, Austern 100-900 ppm und Krebse 7-50 ppm.
Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation) festgelegte Trinkwassergrenzwert für Zink ist 5 mg Zn2+/L.
 

Wie und in welchen Verbindungen reagiert Zink mit Wasser?

Elementares Zink reagiert nicht mit Wassermolekülen. Das Ion bildet mit den im Wasser enthaltenen Hydroxid-Ionen eine schützende, schwerlösliche Schicht von Zinkhydroxid (Zn(OH)2). Hierbei gilt folgende Reaktionsgleichung:

Zn2+ + 2OH- -> Zn(OH)2(s)

Mit den in Wasser enthaltenen H+-Ionen findet folgende Reaktion statt:

Zn(s) + 2H+ -> Zn2+(aq) + H2(g)

Bei dieser Reaktion kommt folglich Wasserstoff frei, der mit Sauerstoff explosiv reagiert (Knallgaseffekt).
Zinksalze verursachen in größeren Konzentrationen eine milchige Trübung im Wasser. Außerdem kann durch Zink ein unerwünschter Geschmack des Wassers entstehen. Dies geschieht ab einer Konzentration von etwa 2 mg Zn2+/L.
 

Wasserlöslichkeit von Zink und/oder seinen Verbindungen

Die Wasserlöslichkeit von elementarem Zink ist nicht nur abhängig von der Temperatur, sondern auch vom pH-Wert des Wassers. Im neutralen Bereich ist Zink fast unlöslich, während die Löslichkeit bei einem pH-Wert von 6 oder kleiner rapide steigt und auch ab pH 11 wieder zunimmt.
Das Element liegt im gelösten Zustand als ZnOH+(aq) oder als Zn2+(aq) vor. Auch die Form des nichtionischen ZnCO3 (Löslichkeit 0,21 g/L) ist anzutreffen.
Beispiel für Zinkverbindungen, die in Wasser mehr oder weniger gut löslich sind, sind: Zinkchlorid (ZnCl2) mit einer Wasserlöslichkeit von 4320 g/L, das wasserunlösliche Zinkoxid (ZnO) oder Zinkvitriol (ZnSO4 . 7H2O) mit einer Wasserlöslichkeit von 580 g/L.

Löslichkeit und wie diese beeinflusst werden kann

Wie kann Zink ins Wasser gelangen?

Die wichtigsten Zinkerze sind Zinkblende (ZnS) und Zinkspat bzw. Zinkcarbonat (ZnCO3). Durch Auswaschungen aus Zinkerzlagerstätten können diese Verbindungen in Gewässer gelangen.
Etwa drei Viertel des Zinks findet als Metall Verwendung. Der Rest wird als Zinkverbindungen in verschiedenen Industrien verwendet. In den Industrieabwässern aus der Galvani-Industrie, Beizereien, der Batterieherstellung etc. ist folglich Zink enthalten. Zinkverbindungen finden auch viele andere Verwendungen. Zinkchlorid wird u.a. zur Herstellung von Pergamentpapier verwendet, Zinkoxid in Salben und Farbe, sowie für Katalysatoren, Zinkvitriol als Dünger und Zinkbacitracin als wachstumsförderndes Mittel in der Tierzucht. Doch der größte Teil des im Abwasser und Klärschlamm enthaltenen Zinks stammt nicht aus diesen punktuellen Quellen, sondern von größeren Oberflächen.
Durch insbesondere Wasser mit hohem Kohlensäuregehalt kann Zink aus verzinkten Rohren und Regenrinnen gelöst werden. Zinkhaltige Autoreifen und Motoröl aus verzinkten Tanks hinterlassen Zink auf den Straßen. Außerdem werden zinkhaltige Verbindungen als Fungizide oder Insektizide verwendet und können so ins Wasser gelangen.
Bei ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen treten erhöhte Zinkemissionen auch bei (Sonder)Mülldeponien oder Deponien für Bauschutt auf.
 

Welche Umweltprobleme können durch Wasserverunreinigung mit Zink entstehen?

Zink gilt als im Allgemeinen nicht wassergefährdend. Hierbei handelt es sich jedoch um elementares Zink. Zinkverbindungen, wie z.B. Zinkarsenat oder Zinkzyanid, können sogar stark wassergefährdend sein.
Für Menschen und Tiere ist Zink ein essentieller Stoff. Doch eine Überdosierung kann negative Folgen haben. Ab einer gewissen Konzentration gilt Zink sogar als toxisch. Bei Mensch und Tieren ist diese Toxizität gering. Die Phytotoxizität hingegen ist nicht zu unterschätzen. So sollte Klärschlamm aus der Abwasserreinigung, der in Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder im Gartenbau genutzt wird, den Zinkgehalt von 3 g/kg Trockenmasse nicht überschreiten.
Bei ökotoxikologischen Tests wurde für Zink ein PNEC-Wert von 50 μg/L gelösten Zinks ermittelt. Das entspricht 150-200 μg/L Gesamt-Zink im Wasser. Dieser PNEC-Wert gibt die voraussagbar unwirksame Konzentration (Predicted No Effect Concentration) an.
Die Zinkemissionen aus der Industrie haben stark abgenommen. Daher stellen die heutigen Zinkwerte kein großes Risiko für die Umwelt mehr dar. Der Zinkgehalt im Rhein z.B. liegt im optimalen Bereich. Trotzdem gibt es noch Orte mit historischer Kontamination.
Zink hat natürlicherweise fünf stabile Isotope (z.B. 64Zn, 66Zn und 68Zn), aber auch fünfzehn instabile Isotope. 65Zn tritt etwa im Kühlwasser von Kernreaktoren auf und wird zu medizinischen Diagnosezwecken verwendet.
Zink scheint sich in einigen Organismen anzureichern.
 

Welche Gesundheitseffekte kann Zink im Wasser verursachen?

Der menschliche Körper enthält circa 2,3 g Zink, ein lebensnotwendiges Spurenelement. Es erfüllt wichtige Funktionen auf dem Gebiet der Enzyme und der Replikation des genetischen Codes. Auch das Hormon Insulin enthält Zink, und es spielt eine Rolle bei der sexuellen Reifung. Die minimale Einnahme sollte bei 2-3 mg pro Tag liegen um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Nur etwa 20-40% des Zinks aus der Nahrung können vom Körper aufgenommen werden. So gelten auch Mineralwässer mit hohem Zinkgehalt als gesund.
Zinkmangel macht sich bemerkbar durch Geschmacklosigkeit und geringen Appetit. Bei Kindern kann er auch Störungen des Immunsystems und des Enzymhaushalts verursachen. Ein höherer Zinkstatus schützt scheinbar vor schädlichen Effekten von Cadmium. Auch die Absorption von Blei kann bei Mensch und Tier durch Zink vermindert werden. Zudem scheint das Kupfer/Zink-Verhältnis im menschlichen Körper charakteristisch zu sein.
Natürlich kann Zink auch überdosiert werden, was jedoch nicht sehr schnell passiert. Dies kann zu akuter Übelkeit, Schwindelgefühl, Erbrechen, Kolik, Fieber und Durchfall führen nach Einnahme von etwa 4-8 g Zink. Akute Zinkvergiftung tritt auch in Form von Bauchschmerzen und Erbrechen nach Einnahme von 2 g Zinksulfat auf.
Interessant ist zudem, dass Zink zusammen mit Cadmium und Quecksilber in der 12. Gruppe des Periodensystems steht, die anderen beiden Übergangsmetalle jedoch sehr giftig sind.
Beispiele für gesundheitliche Effekte von Zinkverbindungen sind:
Verätzungen der Schleimhäute durch Zinkchlorid (tödliche Dosis: 3-5 g) und Vergiftungen durch Zinkvitriol (tödliche Dosis: 5 g).
 

Welche Wasserreinigungstechnologien können genutzt werden um Zink zu entfernen?

Um Zink aus Wasser zu beseitigen können verschiedene Methoden angewandt werden. Für normale Anwendungen sind Koagulation, Ionenaustauscher oder Aktivkohle ausreichend. Als sehr effektiv gilt die Verwendung von Sandfiltern.

Quellenangaben


Zum Periodensystem der Elemente

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