Die Silberkonzentration in Meerwasser liegt bei 2-100 ppt und kann an der Oberfläche sogar noch geringer sein. In Flusswasser sind im Allgemeinen etwa 0,3-1 ppb des Elements enthalten. Die Konzentration in Phytoplankton liegt bei circa 0,1-1 ppm (trockenmassebezogen), was auf einen Biokonzentrationsfaktor von 104-105 gegenüber Meerwasser schließen lässt. In Austerngewebe wurden Konzentrationen von etwa 890 ppb (trockenmassebezogen) gefunden. In gelöster Form kommt Silber vor allem als Ag+(aq) und im Meerwasser als AgCl2-(aq) vor. Silber reagiert nicht mit reinem Wasser. Es ist sowohl im Wasser, als an der Luft stabil. Zudem ist es resistent gegen die meisten Säuren und Basen, läuft jedoch interessanterweise bei Kontakt mit schwefelhaltigen Verbindungen oft an. Silber ist unter normalen Umständen in Wasser unlöslich. Dies gilt auch für einige Silberverbindungen, wie etwa Silbersulfid. Andere Silberverbindungen sind hingegen mehr oder weniger gut wasserlöslich. So liegt die Löslichkeit von Silberchlorid bei nur maximal 0,1 mg/L, wohingegen Silbernitrat eine Wasserlöslichkeit von 2450 g/L besitzt. Auch Silberfluoride sind in Wasser leicht löslich, was nicht für andere Silberhalogenide gilt.
Löslichkeit und wie diese beeinflusst werden kann Silber kommt unter anderem in den Mineralien Argentit und Stephanit vor. Im Boden ist es vor allem in Form von Sulfid-Mineralien enthalten. Natürliches pures Silber ist eine seltene Erscheinung und wird wahrscheinlich bei folgender Reaktion gebildet: 3Ag2S + 2H2O -> 6Ag + 2H2S + SO2. Neben Gold ist Silber das formbarste und biegsamste aller Metalle. Es ist zudem wegen seiner hohen thermischen und elektrischen Leitfähigkeit, seinem Reflektionsvermögen und seiner weißen Farbe geschätzt. So wird es etwa in Legierungen mit Kupfer, Nickel oder Wolfram verwendet. Auch Amalgam ist eine Silberlegierung, die einen hohen Anteil an Quecksilber enthält. In der Elektronikindustrie stellt man Verbindungsteile aus Silber her. Der Verwendungszweck in Schmuck, Münzen und Besteck ist wohl allgemein bekannt. Oft werden Gegenstände auch nur versilbert, und auch auf Spiegel werden Silberbeschichtungen aufgebracht. Silberverbindungen nehmen einen wichtigen Platz bei der Herstellung von Fotofilmen und –papier ein und werden in Entwicklungsbädern für die Bilder verwendet. Es dient in einer Vielzahl von chemischen Prozessen als Katalysator. Silberoxide werden zur Herstellung von Batterien eingesetzt. Auch in Lebensmittelfarbstoffen, Konservierungsmitteln und Entkeimungsmitteln kann Silber enthalten sein. Außerdem wird es in Form von AgI in die Atmosphäre gegeben um Hagel vorzubeugen. Silber ist häufig Beiprodukt der Gewinnung anderer Metalle und kann zudem recycelt werden. Das Isotop 110mAg wird in der kernphysikalischen Forschung verwendet. Silber ist für Organismen nicht essentiell. Auf Bakterien wirkt es sogar schnell tödlich, und es hemmt die Vermehrung von Pilzen. Dies gilt dann vor allem für Ag+-Ionen. Bei oraler Aufnahme von Silber durch Warmblüter werden etwa 10% resorbiert. So ist Silber im Fleisch von Säugetieren in einer Konzentration von circa 4-24 ppb (trockenmassebezogen) vorhanden. Diese nehmen es unter anderem über pflanzliche Nahrung auf. Pflanzen können Silber absorbieren, obwohl dieses keine biologische Funktion hat. So wurden Werte von etwa 0,03-0,5 ppm (trockenmassebezogen) gemessen. Pilze und Grünalgen können einen Silbergehalt von sogar 200 ppm erreichen. In Böden ist das Element in nicht all zu großen Mengen enthalten, wenn es sich nicht gerade um mineralienreiche Gebiete handelt, wo auch schon Konzentrationen von etwa 44 ppm in der Nähe von alten Minen gefunden wurden. In normalen lufttrockenen Böden sind dies nur etwa 100 ppb. Auch im Wasser wirken Silber und seine Verbindungen am ehesten auf Mikroorganismen toxisch. In Fischen ist durchschnittlich ein Gehalt von etwa 11 ppm Silber zu finden. Die Toxizität auf Fische wird durch eine große Wasserhärte reduziert. So beträgt die tödliche Konzentration für Süßwasserfische je nach Art und Wasserhärte 4-280 ppm Silber im Wasser. Süßwasserpflanzen tolerieren je nach Art bis zu 30-7500 ppb des Elements. Die tödliche Konzentration für den Wasserfloh liegt bei etwa 0,25 ppb, für Bachflohkrebse hingegen bei erst 4500 ppb. Die natürlicherweise in Grund- und Oberflächenwasser enthaltenen Silbergehalte führen normalerweise niemals zu Problemen. Für verschiedene Silberverbindungen wurden LD50-Werte bestimmt, die angeben bei welcher Dosierung eines Stoffes 50% einer Population sterben. Für Silberoxid sind dies bei oraler Einnahme durch die Ratte 2820 mg/kg und für Silbernitrat bei oraler Einnahme durch die Maus 50 mg/kg. Für Hunde gelten 2,3 g Silbernitrat als tödlich. Auch Silberdifluorid gilt als sehr giftig und ist zudem noch gut wasserlöslich. Die Giftigkeiten von Silberverbindungen können also weit auseinandergehen. Kontakt mit Silber scheint nicht krebserregend zu sein. Bei der Implantation unter der Haut war dies bei Versuchen mit Nagetieren jedoch sehr wohl der Fall. Von Silber gibt es 2 stabile und 24 instabile, also radioaktive, Isotope. Silber spielt im menschlichen Organismus keine essentielle Rolle. Die Silbermenge im Körper eines Erwachsenen beträgt etwa 2 mg. Wir nehmen täglich circa 20-80 μg des Elements auf, wovon etwa 10% resorbiert werden. Diese Mengen stellen keine Bedrohung für die Gesundheit dar. In größeren Mengen kann die Aufnahme von Silber(verbindungen) hingegen toxisch sein, da Ag+-Ionen eine hohe Affinität zu unter anderem Sulfhydryl- und Aminogruppen haben und somit leicht Komplexe mit Aminosäuren, Purinen, Nucleotiden und ähnlichen Verbindungen bilden. Da die Giftigkeit auf diese Weise erklärbar ist, gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten der Entgiftung. Die giftige Wirkung von Silber ist jedoch bei oraler Aufnahme wegen der relativ geringen Resorbierbarkeit im Allgemeinen noch stets verhältnismäßig gering. Ist Silber erst einmal in den Körper gelangt, so lagert es sich meist in Bindegewebe, Haut aber auch den Augen ein und gibt diesen eine gräuliche bis sogar schwarze Farbe. Über einen Zeitraum von 50 Jahren können etwa 9 mg Silber akkumuliert werden. Für Silber im Trinkwasser gilt im Allgemeinen ein Grenzwert von 0,05 mg/L, wenn überhaupt Grenzwerte festgelegt werden. Dies liegt auch daran, dass sich das Silber beim Kochen eventuell an in der Nahrung enthaltenen Schwefel bindet. Silberoxid ist beim Verschlucken gesundheitsschädlich und reizt zudem die Augen, die Atemwege und die Haut. Gefährlicher ist jedoch beispielsweise Silbernitrat, das eine stark oxidierende Wirkung hat. So führt es zu Verätzungen und nach oraler Einnahme zu Erbrechen, Schwindel und Durchfall. Bei der Aufnahme von Silbersalzen kann der Körper sich jedoch durch die Umwandlung in unlösliches Silberchlorid schützen. Da Silber eine bakterizide Wirkung hat, kann es zur Desinfektion von Wunden eingesetzt werden. Silber kann in ionischer Form mit Hilfe von Ionenaustauschern aus Wasser entfernt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, bestimmte Silberverbindungen auszufällen. Sehr effektiv ist auch die Anwendung von Aktivkohle und Sandfiltern. Auch Silber selbst wird in der Wasserbehandlung eingesetzt, so etwa zum desinfizieren von Schwimmbadwasser. In den hierfür benötigten geringen Konzentrationen, hat es keine Auswirkung auf die menschliche Gesundheit.
Quellenangaben Zum Periodensystem der Elemente
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