Polonium
Polonium ist ein radioaktives, extrem seltenes Halbmetall. Es
ist reaktiv, silber-grau, löst sich in verdünnter Säure, aber es ist nur leicht
lösbar in alkalischen Lösungen. Es ist relativ flüchtig. Innerhalb von 3 Tagen
verdampft ca. die Hälfte einer Poloniumprobe aus einem offenen Gefäß.
Anwendungen
Polonium wurde früher in Tuchfabriken verwendet, um statische
Aufladungen zu beseitigen und bei Herstellern von photographischen Platten in
Pinseln zur Entfernung von akkumuliertem Staub. Es wird ebenfalls bei der
Forschung als Quelle für Alfa-Strahlung verwendet und als Beimischung für
Beryllium kann es als tragbare Quelle für Neutronen dienen, welches
normalerweise nur über Zugang zu einem Nuklearreaktor erreicht werden kann.
Polonium und Umwelt
Polonium ist ein sehr seltenes natürliches Element, welches
in Uranium-Erzen gefunden werden kann. 100g Polonium pro Jahr können durch
Bombardierung von Bismuth mit Neutronen in einem Nuklearreaktor produziert
werden.
Polonium wird in einigen Kernforschungslabors untersucht,
in denen seine hohe Radioaktivität als Alpha-Strahler spezielle Behandlungstechniken
und Vorkehrungen erfordert.
Polonium-210 ist der einzige Bestandteil des Zigarettenrauches, der bei
Inhalation von Versuchstieren
selbstständig Krebs verursacht hat - Tumore entstehen bereits bei fünf mal
geringeren Poloniumgehalten als bei denen eines durchschnittlich schweren Rauchers.
Lungenkrebs
unter Männern, 1930 noch eine Seltenheit (4/100.000 pro Jahr), ist bereits im
Jahr 1980 (72/100.000) zur Krebs-Todesursache Nr.1 geworden, trotz einer fast 20
%igen Verringerung des Rauchens. Während der gleichen Zeit hatte sich der
Anteil an Polonium-210 im amerikanischen Tabak verdreifacht. Dieses fiel
zusammen mit der Zunahme des Phosphatdüngemitteleinsatzes durch Tabakzüchter - Kalziumphosphaterz sammelt Uran an und gibt langsam Radongas (Polonium ist ein
Tochternuklid vom Radium) frei.
Während
Radon zerfällt lagern sich seine elektrisch geldadenen Tochternuklide
Staubpartikeln an, die an den klebrigen Haaren auf der Unterseite der Tabakblätter
haften bleiben. Dieses führt zu einer Ablagerung des radioaktiven Poloniums und
Bleis auf den Blättern. Durch die intensive Hitze der brennenden Zigarettenspitze
verdampfen die radioaktiven Metalle. Während Zigarettenfilter chemische
Karzinogene einschließen können sind sie gegen radioaktive Dämpfe erfolglos.
In
den Lungen eines chronischen Rauchers befinden sich viel höhere Konzentrationen
an radioaktiven Substanzen als die Konzentrationen von Radon in Wohnräumen.
Diese Partikel senden Strahlung aus. Zwei Zigarettenschachteln zu rauchen
bedeutet eine Strahlenbelastung durch Alphapartikel von ungefähr 1.300 mrem (1
rem = 0.01 Sv) pro Jahr. Zum Vergleich: Die jährliche Strahlendosis eines
durchschnittlichen Amerikaners durch inhaliertes Radon beträgt 200 mrem. Jedoch
ist die Strahlendosis des Radons bei einer Aktivität von 4
pCi/L (1 Ci = 3.7e+10 Bq ) mit dem Rauchen von 10 Zigaretten pro Tag ungefähr
gleichzusetzen.
Zusätzlich
ist Polonium-210 löslich und gelangt durch den Körper in jedes Gewebe und jede
Zelle. Die Konzentration ist viel grösser als beim Radon in Wohnräumen. Diese
Tatsache wird dadurch belegt, dass Polonium im Blut und im Urin der Raucher
gefunden werden kann. Das verteilte Polonium-210 verursacht einen genetischen Schaden
und frühen Tod aufgrund von Pionierskrankheiten: Leber- und Blasenkrebs,
Magengeschwüre, Leukämie, Leberzirrhose und Herzgefäß-Krankheiten.
Der
Chirurg C. Everett Koop behauptet, dass Radioaktivität im Gegensatz zu Teer für
mindestens 90% aller mit Rauchen in Verbindung stehender Lungenkrebse
verantwortlich ist. Das "Center for Disease Control" schliesst:
" Die Amerikaner sind weit aus mehr Strahlung durch Tabakrauch ausgesetzt
als durch jede andere mögliche Quelle!".
Das
Zigarettenrauchen führt zu 30 % aller Krebstodesfälle. Nur eine unzureichend
schlechte Ernährungsweise konkuriert mit Tabakrauch als Hauptursache des
Krebses in den USA, welche jedes Jahr eine vergleichbare Anzahl von Todesfällen
nach sich zieht. Jedoch stellt das nationale Krebsinstitut mit einem
Jahresbudget von $500 Million keine Finanzen für die Erforschung der vom
Rauchen oder vom Wohnradon ausgehenden Strahlung als Ursache des Lungenkrebses
zur Verfügung. Vermutlich zum Schutz der Öffentlichkeit vor übermäßiger
Furcht vor Strahlung.
Die
Umwelt- und biochemischen Kräfte, die zur Aufkonzentrierung dieser giftigen
Materialien in lebenden Zellen neigen können, sind nicht gut erforscht.
Obgleich Polonium in der Natur auftritt ist es dem Wasser, der Nahrung,
lebenden Zellen und dem Gewebe viel leichter zugänglich geworden seit dem
Konjunkturaufschwung im Bergbau, welcher kurz nach dem zweiten Weltkrieg begann.
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