Chlor in der Umwelt


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Chlor ist in der chemischen Industrie ein sehr wichtiger Rohstoff. Etwa 60% der chemischen Industrie hat in Deutschland direkt oder indirekt mit Chlor zu tun. 

Zur Herstellung von Chlor stehen drei elektrolytische Verfahren zur Verfügung. Das Amalgamverfahren ist die älteste und umstrittenste Methode der Chlorgewinnung, da Quecksilber in nicht unerheblichem Maße durch Reinigung der Anlagen über Abluft und durch die Produkte in die Umwelt gelangt. Auch das Diaphragmaverfahren ist umstritten, da das Diaphragma aus Asbest besteht. Die umweltschonenste Variante, das Membranverfahren, ersetzt heute immer mehr die alten Varianten. Trotzdem wird noch ein großer Teil des Chlorbedarfs über die alten Verfahren gedeckt.

Chlor wird in vielen Bereichen in unterschiedlichten Produkten eingesetzt; kann aber in wenigen Gruppen überschaubarer zusammengefaßt werden.

 

· PVC und Dichlorethan

· Polyurethangrundstoffe

· Lösemittel

· sonst. Chlormethane

· Epichlorhydrin

· Chloraromaten

· sonstige

30%

17,4%

15,5%

9,3%

4,7%

4,7%

18,4%

verschiedenste Bedarfsgegenstände

Schaumstoffe

verschiedenste Anwendungen

Ausgangsmaterialien zur Herst. von FCKW

Lackindustrie, Grundstoff Glycerin

Pestizide, Brandschutzmittel

z.B. Bleich- u. Desinfektionsmittel

 

Probleme entstehen weniger durch Chlor selber. Es ist zwar ein giftiges Gas, kommt aber in dieser Form mit den wenigsten Menschen in Berührung. Chlorverbindungen aber finden in sehr vielen Produkten und Herstellungsverfahren Verwendung.

 

Chlorierte Fluorkohlenwasserstoffe (FCKWs) sind starke Umweltgifte. Dieser früher als Kühl- und Treibmittel viel verwendete Stoff trägt in erheblichem Maße zum Rückgang der Ozonschicht bei.
 
Pestizide wie Lindan, DDT, PCP, etc. sind auf Grund ihrer Eigenschaften schwere gesundheitliche- und ökotoxische Probleme zu verursachen, in ihrer Anwendung stark eingestellt oder verboten worden (etwa ein Drittel der bekannten Kanzerogene und kanzerogenverdächtigen Stoffe enthalten Chlor).

 

Phebus Type FRCD

 

Bei der Herstellung, Entsorgung (Müllverbrennung) und allg. bei Verbrennungsprozessen entstehen Dioxine, die auf Grund ihrer sehr starken Giftigkeit und sehr guten bioakkumulierenden Eigenschaften zu den anthropogenen Problemstoffen gehören.

 

In viele chlorhaltige Produkte werden weitere Problemstoffe eingearbeitet (Weichmacher, die wiederum sehr giftig sind).

 

Chlor ist in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken, wird aber von vielen Organisationen und Initiativen mehr und mehr durch die vielen Probleme und Folgeerscheinungen kritisiert. Besondere Beachtung findet dabei der Einsatz von bei uns verbotenen Pestiziden in Entwicklungsländern, wo diese Problemstoffe teilweise noch gegen Krankheitsübertragende Insekten flächendeckend eingesetzt wird.

Als Desinfektionsmittel ist Chlor auch in Deutschland gebräuchlich (Schwimmbäder, Haushaltsreiniger) und ist in im Bereich der Schwimmbaddesinfektion nur schwer zu ersetzen da andere Stoffe und Methoden (UV- Desinfektion) entweder nicht die erforderliche Wirkung haben bzw. auch schädlich sind. 

Chlordioxid als Desinfektionsmittel

Fachinfo PVC und Weichmacher

http://www.umweltministerium.bayern.de/service/umwberat/ubbpvc.htm

 

Problemstoffe Chlor und Chlorverbindungen

http://archiv.greenpeace.de/GP_DOK_3P/CHLOR/SEITEN/C03HI12B.HTM


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