Möglichkeiten des Wasserrecycling


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Möglichkeiten des Wasserrecycling

Wasserrecycling wird bereits in vielen verschiedenen Industriebranchen mit hohem Wasserverbrauch aus ökonomischen und ökologischen Gründen angewandt. Beispiele hierfür sind die Papier- oder die Textilherstellung/Textilveredlung. 

In der deutschen Textilherstellung fallen jedes Jahr 80 Millionen m3 mit Farbstoffen belastete Abwasser an, wobei Azofarbstoffe als Hauptverschmutzungsquelle ausgemacht werden können. In den Klärwerken werden die Farben mithilfe von chemischen Substanzen ausgefällt bzw. ausgeflockt. Der dabei entstehende Schlamm muss kostenintensiv als Restmüll entsorgt werden. Da die Abwasserabgaben stetig steigen sind die Verfahren des Wasserrecycling für Textilveredlungsbetriebe sehr interessant. Durch Mikrofiltration des biologisch behandelten Abwassers wird versucht soviel wie möglich von diesem Wasser, was sonst direkt in kommunale Kläranlagen eingeleitet werden würde, wieder als Prozesswasser nutzbar zu machen. Eine Ozonbehandlung des azofarbstoffbelasteten Wassers ist ebenso möglich: Durch Ozonierung der Spaltprodukte von vorher anoxisch behandeltem Abwasser kann die biologische Abbaubarkeit der Azoverbindungen gesteigert werden. Im Allgemeinen wird versucht einen Wasserkreislauf herzustellen. 

 

In gewissem Maße wird auch über das Recycling von Abwasser diskutiert, das in Kläranlagen gereinigt wurde und sonst durch den Abfluss des Klärwerks in den Nachfluter eingeleitet werden würde. Besonders in sehr trockenen Gebieten mit Wassermangel werden solche Verfahren bereits angewendet.

Als Anwendung wird geklärtes Abwasser bereits heute in eingeschränktem Maße in

 - der Landwirtschaft

 - als Prozesswasser/Kühlwasser

 - der Papierherstellung

 - der Herstellung von Kunstschnee

verwendet. 

 

In der Landwirtschaft wird gereinigtes Abwasser bereits in größerem Umfang wiederverwendet. Dieses Abwasser muss relativ frei von organischen Verbindungen, Schwebstoffen, Substanzen wie Nitrat oder Phosphat sind in gewissem Ausmaß im recycltem Wasser als Düngemittel erwünscht und müssen nicht komplett entfernt werden. Jedoch sorgen solche Substanzen für ein erhöhtes Algenwachstum, wenn das Wasser gelagert wird. Bezüglich des Salzgehaltes können ebenso Einschränkungen in der Nutzung, z.B. bei salzempfindlichen Pflanzen oder wenn eine Bodenversalzung bzw. eine Gewässerversalzung zu erwarten ist, festgelegt werden. 

Je nach Reinigung ist recycltes Wasser z.B. für die Bewässerung 

 - von Futterpflanzen für Nutzvieh, 

 - von Pflanzen, die vor dem menschlichen Konsum gekocht/behandelt werden

   (Weintrauben, Gerste),

 - von Pflanzen, die nicht als Nahrungsmittel genutzt werden (Blumen, Nutzholz, Torf).

Einschränkungen können z.B. bei der Verwendung des gereinigten Wassers als Trinkwasser für Nutzvieh, bei der Verwendung für menschliche Nahrungsmittel, die unbehandelt an den Konsument verkauft werden (z.B. Kartoffeln, Nüsse, Karotten,...), oder bei Wasserpflanzen (Hydrokulturen) bestehen. 

 

 

 

Melbourne Water On Site Recycling

 

 

 

Jedoch ist auf dieses Niveau gereinigte Wasser  nicht für den direkten menschlichen Kontakt geeignet, d.h. nicht für Trinken, Baden, Waschen usw.

 

Es wird versucht, die Kosten für recycltes Wasser möglichst gering zu halten. So liegt bei einem Projekt in Australien der Preis 25 $ für 1 Million Liter recycltes Wasser, bzw. 3 Dollarcent für 1000 Liter. 

 

Technische Verfahren wie Umkehrosmose oder Mikrofiltration werden für das Abwasserrecycling angewendet.

Jedoch ist diese Art von Recycling natürlich relativ teuer bzw. das Verhältnis des finanziellen Aufwandes für eine derart intensive Reinigung zur gereinigten Wassermenge in Gebieten, die nicht unter akutem Wassermangel leiden, ist heutzutage zu diskutieren.

 

 

 

Theoretisch ist auch ein Recycling von Abwasser technisch möglich, dass bis auf Trinkwasserqualität gereinigt wird. So wird z.B. in San Diego, Amerika geplant, in der Kläranlage gereinigtes Wasser direkt in das Trinkwasserreservoir der Stadt einzuleiten. Bis zu 40% des Abwassers sollen wieder als Trinkwasser genutzt werden. Ein positiver Nebeneffekt dieser Planungen liegt natürlich auch in der Tatsache, dass Abwassereinleitungen in Nachfluter oder direkt in das Meer reduziert werden. Jedoch muss durch genaueste Sicherheitsvorkehrungen eine Verschlechterung oder ein Zusammenbruch der Klärleistung des Klärwerks ausgeschlossen werden.

Solche Pläne und Vorhaben stoßen in der Öffentlichkeit größtenteils auf breite Ablehnung.  Ob in extrem trockenen Gebieten in der Zukunft auf dieses Wasser verzichtet werden kann muss sich erst noch herausstellen. 


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